Schenken ist wertvoller als das Geschenk

Mit dem Aussortieren von Gegenständen, die einem nicht (mehr) viel bedeuten, sind Ängste verbunden. Oft fällt es besonders schwer, Geschenke nahestehender Personen wegzugeben, oder sich von materiellen Erinnerungen an schöne Momente zu trennen. Es hilft dann zu verstehen, dass wir mit dem Entsorgen dieser Dinge keineswegs die Menschen entweihen oder gar enttäuschen, die uns damit beschenkt haben. Das Geschenk hatte im Moment des Schenkens seinen grössten Sinn, indem es uns Freude bereitete (oder bereiten sollte). 

Wenn wir heute keine Verwendung mehr dafür haben, dürfen wir ihm danken und es wieder in die Freiheit entlassen. Denn wir werden auch den Dingen nicht gerecht, wenn wir sie an uns binden, ohne sie zu lieben. Das gilt auch für Erinnerungsstücke: Oft sind nicht sie selbst kostbar, sondern der Moment, an den sie uns erinnern. Lassen wir also das gute Stück (nicht die Erinnerung!) los und wenden wir uns wieder der Gegenwart zu: Sie hält die nächsten Geschenke und schönen Momente für uns bereit - wenn wir präsent genug sind, sie wahrzunehmen.

 

In der Praxis hilft es, vor den sehr persönlichen Besitztümern jene auszusortieren, an denen wir weniger hängen – etwa unseren Schreibkram oder unsere Kleider. Das bereitet uns auf die schwierigeren Aufgaben vor. Auch hilfreich ist, emotional behaftete Dinge nicht wegzuwerfen, sondern weiterzugeben und sie damit einem neuen Sinn zuzuführen. So übergeben wir Bücher statt der Mülltonne besser einem Buchantiquariat (wo wir sie unter Umständen gar zurück kaufen können, wenn es uns zu sehr quält, sie weggegeben zu haben). Unsere nicht getragenen Kleider machen Bedürftige glücklicher als unseren Kleiderschrank. Und Möbel und anderweitige Gegenstände nehmen Brockenhäuser dankbar entgegen, sofern sie in gutem Zustand sind.

 

Mittlerweile gibt es auch tolle private Initiativen. Im Raum Bern organisieren Katrin Haldemann und Sandy Zbinden seit einigen Jahren den Bring- und Holtag – das nächste Mal am Samstag, 25. Oktober, von 10.00 - 16.00 Uhr am Scheuerrain 5 im Gemeinschaftsraum (hinter der Rampe). Kleider, Dekomaterial, Haushaltartikel, Bücher, CD, Filme, Schmuck, Spielsachen etc. können vorbeigebracht oder auch einfach abgeholt werden. Katrin und Sandy kümmern sich am Ende um die Entsorgung der übrig gebliebenen Ware. Eine tolle Sache! Fangen Sie doch noch heute an, Ihre alten Dinge dafür zur Seite zu stellen...    

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Chiara (Samstag, 14 Februar 2015 19:58)

    Ja genau so ist es - ich behalte keine Geschenke mehr die mir nicht gefallen und mir nichts bedeuten. Das brauchte seine Zeit, aber es lebt sich besser damit. Die guten Erinnerungen bleiben.

  • #2

    Karin (Sonntag, 15 Februar 2015 10:28)

    Das ist eine wunderbare Erkenntnis, die das Leben leichter macht. Ich gratuliere!

  • #3

    Mayola Dohrmann (Donnerstag, 02 Februar 2017 05:25)


    Wow, this post is pleasant, my sister is analyzing these kinds of things, therefore I am going to let know her.

  • #4

    Fae Brune (Montag, 06 Februar 2017 11:40)


    Why people still use to read news papers when in this technological globe everything is presented on net?