Ein Fall für die Krankenkasse

„Sind Sie von der Krankenkasse anerkannt?“ Als mir kürzlich ein Mann am Telefon diese Frage stellte, dachte ich im ersten Moment, er hätte die falsche Nummer gewählt. Zwei Sekunden später fiel der Balken von meinen Augen und mir wurde klar, wie berechtigt seine Frage war.

Wenige Tage zuvor war einer Kundin und mir im Vorgespräch bewusst geworden, dass Aufräumen in ihrem Fall nicht nur hilfreich, sondern geradezu Medizin war. In ihrer vergleichsweise kleinen Wohnung beherbergte sie das Erbe ihres verstorbenen Vaters. Zu ihm hatte sie zeitlebens ein belastetes Verhältnis gehabt. Nun belastete sie die Hinterlassenschaft in ihren vier Wänden – so sehr, dass sie vor Monaten darunter zusammenbrach und lange mit einer Depression in der Klinik verbrachte.

 

Heute weiss sie, dass sie vor allem eines braucht: Sie will ihre gesamte Wohnung aufräumen, aufräumen, aufräumen. Seit unserem ersten Treffen habe ich sie mehrmals besucht. Und mehrmals habe ich dabei einen wundersamen Prozess erlebt: Aus der Frau, die mich müde und erschöpft an der Tür empfangen hatte, wurde nach dreistündigem, durchaus anstrengendem Aussortieren eine Frau, die kraftvoll und energiegeladen wirkte.

 

Krankenkassen zahlen Unsummen von Geld für Spitalbesuche, Salben und Pillen. Ich spreche diesen Massnahmen ihre Wirkung nicht ab und gönne jedem Patienten die Erleichterung, die sie vielfach bringen. Aber ich glaube, dass sie das Übel nur oberflächlich behandeln. Den Ursachen begegnet man mit anderen Methoden – zum Beispiel, indem wir uns vom Ballast befreien, der uns auf der Seele liegt.

 

Der Mann, der mich angerufen hatte, wollte sich im Anschluss bei seiner Krankenkasse erkundigen, ob sie die Kosten für meine Dienstleistung übernimmt. Ich habe seither nichts mehr von ihm gehört. Ich nehme an, dass er mit seinem Anliegen keine offenen Türen eingerannt hat. Es wird wohl noch etwas Zeit brauchen, bis das Bewusstsein für die heilende Wirkung eines Aufräumcoachings bei den Krankenkassen angekommen ist. Inzwischen helfe ich meinen Kunden weiter – ohne Kostenübernahme, aber garantiert rezeptfrei.    

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Kommentare: 5
  • #1

    Lisa (Dienstag, 26 April 2016 17:58)

    Wie oft schon habe auch ich darüber nachgedacht.
    Auch ich erlebe viele meiner Kunden in diesem "Zustand"
    Habe kürzlich in einem Artikel über Aufräumen gelesen: Karen Kingston,Bestsellerautorin und Feng Shui -Expertin,sieht Ausmisten als eine der besten(und wohl günstigsten) Therapien gegen Stress,Sorgen und Ängsten an.
    Gruess Lisa :)

  • #2

    Karin (Dienstag, 26 April 2016 18:03)

    Genau! Ich sehe den positiven Effekt auf meine KundInnen jeweils unmittelbar nach dem Aufräumen. Aufräumen ist wirksam, günstig und ohne jegliche Nebenwirkungen ;-). Das lässt sich nicht von vielen Medikamenten sagen...

  • #3

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